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Die Burzltags-Gourmetreise.

Sowas wollten wir ja schon länger machen:
Für ein Wochenende mit dem Marcello wegfahren und gut essen gehen - dabei gleich nebenan unser fahrbares Zuhause parken und nach einem kleinen Verdauungsspaziergang am Abend einfach in‘s Betterl reinfliegen.

Tja, und diesmal hat der Zweierhase die Gelegenheit meines Burzltags beim Schopf gepackt und los ging‘s. 😁
Unser erster Stopp war Straden, ein zauberhaftes Orterl in der Südsteiermark.
Ich wusste ja nicht, was passieren wurde… bis zuletzt hielt der Zweierhase dicht.(Jedenfalls hab ich es so verlangt *g*)
Selbst beim Überfahren des Ortsschilds hatte ich immer noch keinen Schimmer… bis wir dann zum Hauserl kamen:

Der Neumeister-Hof mit der Saziani-Stubn

Hier haben wir abends königlich gespeist…allerlei Schäumchens und Häppchens…wirklich eine tolle Inszenierung, das.
Unser Platzerl war eigentlich auf der Terrazza reserviert, doch da kam uns der Hagel ein bisserl in die Quere. (Ich mag ja solche Naturgewalten, solang ich sicher bin. 😉 Den Bauern ringsum sollte es nicht so gefallen, wie wir am nächsten Tag erfuhren. Megaschäden ummaradummara…*grmpf*)
Langsam zog das Gewitter heran - und es kühlte gleich ordentlich ab.
Da braucht man gleich einmal ein Deckarl! 😂 '

Marcello in Sichtweite

Das Coole:
Wir haben den Marcello gleich über der Straße parken dürfen - voll im Blickfeld unseres Tischs. 
Auch wenn der Hagel jetzt nicht soooo wild war - es war dennoch gut, mal einen Blick auf die - hoffentlich noch ganzen Dachluken - werfen zu können. 😅

Das Essen.

Angefangen vom knackig frischen Brot mit allerlei Aufstrichwerk, über das Supperl aus edlen Essenzen bis zum Fleischerl-Hauptgang… es war ein kulinarischer Ausflug in lichte Höhen. Seeeehr fein war das alles gewesen.👌🤤
Nach dem Supperl wechselten wir in‘s Innere, da war‘s dann schon zu huschi draußen.
Meine Güüüüte! Hat sich da alles verändert seit wir vor gut 20 Jahren das letzte Mal waren…!
Und weiter ging‘s - nach einem Pläuschchen mit dem Hausherrn über die protzige Architektur nebenan - im Programm mit den delikaten Kunstobjekten…
Und zu jedem Gang gab‘s ein Schluckerl Wein… 🤪… man kann sich vorstellen, wie bedüdelt ich am Schluß war. *LOL*
Aber ich hab ja ned jeden Tag Burzltag - also: PROSTATA! 😂

Frühstück van Feinsten.

Die Nacht war angenehm und ruhig - mit Blick in die Natur aufwachen hat schon was! 😍
Da die Saziani Stubn auch für Menschen ohne Wohnmobil geöffnet hat 😆, gibt es die Möglichkeit der Übernachtung in feinen Zimmern. Die sind unweit vom Restaurant verteilt auf diverse Liegenschaften der Familie Neumeister. Alles sehr edel ausgestattet und ziemlich nöblich.
Wie alles hier - da merkt man einfach, dass es sich beim ‚Neumeister‘ um ein sehr hochwertiges Weingut handelt mit edlen Tröpferln. Alles Tippi-toppi hier!
Wir saßen inmitten einer sehr gemischten Frühstücks-Runde… da gab es Menschen, die hochallergisch gegen Sonne sind und dann wieder welche, die sich in der Runde ihrer Arbeitskollegen sichtlich unwohl fühlten. Dann gab es Menschen mit Hunden, die fast so schwer wie sie selber und auch nicht wirklich gut erzogen waren. Und dann gab es die typische Famiie aus Wien-Währing, deren einzelne Mitglieder mit den höchst erfolgreichen Studienfortschritten ihrer Zöglinge prahlten.
*hach*, wat nett. Ich liiiiebe es ja, mittendrin zu sitzen, mit einem permanenten - unsichtbaren - Grinser im Gesicht. 😄

Unsere nächste Bleibe: Der ‚Unger-Hof‘

Doch gleich nach dem Frühstück ging’s gleich weiter.
Denn wir hatten ja noch eine zweite Station auf unserem Gourmet-Fahrplan - und daher mussten wir ja auch noch wo übernachten.
Und da es diesmal nicht direkt beim Wirtn war, sondern fünfzehn Gehminuten von ihm entfernt, musste der Zweierhase etwas Kreativität an den Tag legen.
Und das fiel ihm ned schwer - mithilfe unserer Mitgliedschaft bei „Schau auf‘s Land“ - einem frischen Schtart-Ap für Camping-Übernachtungsmöglichkeiten auf Weingütern, Bauernhöfen oder sonstigen schönen Platzerln, wo noch extra Space ist für ein Womo wie unseren Marcello.

Man weiß ja nie, welches Überraschungspaket man sich da reserviert hat…wie die Besitzer so sind und ob das Ganze paßt.

Die Eckdaten wie „24 Stunden Dusche / WC“ oder Hundefreundlichkeit etc sind ja bekannt - aber wird es wirklich passen?

Nun, es passte wunderbar.

Ein kleiner Lottotreffer, die Ungers!

Die „Walisischen Schwarznasen-Schafe“ und die Hasen vom Ungerhof.

Meeeeeeine Güüüüüte, waren die süß.
Die Schafe und die Hasis.
Erstere sind dir nachgelaufen wie Hundserln… echt unglaublich, wenn man so was noch nicht erlebt hat.
Und eine echte Rarität, wie uns der Gerald nachher erzählt hat.
Und die Haserln, erst! Ich hab noch nie vier Tage alte Hasenbabys gesehen, noch mit verschlossenen Augen.
Boah, das war echt ein nettes Momenterl.😍

Der ganze Ungerhof ist ein Kleinod, wie es schöner ned sein könnte:
Wunderschön gelegen mit Rundum-Blick auf Trautmannsdorf und Umgebung, eine absolute Alleinlage am Hügel mit einer Zufahrt durch den Wald.
Daher war es auch möglich, innerhalb von fünf Minuten direkt im Wald zu sein und dort für zwei Stunden herumzuwandern, wie wir das am Samstag vor unserem Abendessen gemacht haben.
Und die ganze Family, angefangen von dem erfrischenden Josef-Bubn mit seinem ausgeprägten Geschäftssinn („Wollt‘s zehn Eier morgen früh? Ich verkauf Euch welche! Und Kernöl homma ah!“ 😆) bis zur quirligem Anna, die mit dem Traktor ins Dorf fährt, um die älteste Tochter Christine abzuholen bis hin zum Papa Gerald, der sich bald einmal zu uns setzte und ein Randerl plauderte.
Bis hin zur späteren Frage: „Na!? Und??? Wo san eigentlich eire Fraunnn?“ - LOL. Wir hatten es echt lustig mit denen.

Ein Traum, dort!

Wanderung zu Schloss „Poppendorf“

Ja, klingt lustig - ist aber so. 😄
Wir marschierten und marschierten… bis wir zur lustigen Wirtin auf Schloss Poppendorf kamen.

Wir machten ein Pauserl und ließen die Eindrücke dieses privaten Schlosses auf uns wirken: Neben den Geschichten drumherum, die wir von der redseligen Wirtin allesamt erfuhren - fand ich dieses Schloss einfach wunderbar unperfekt. Es hatte so richtig Charakter und war nicht so schnöselig. Der Putz bröckelt runter, die Fensterläden sind schief, der Lack ist an mehr Stellen ab als an. Herrrlich.


Heiraten kann man auch dort.
Na, vielleicht? 😂

AM Abend: Die Show der Geschwister Rauch

Das Erlebnis in der Saziani-Stubn war schon sehr nett.
Halt viel drumherum, viel Aufwand, viel Chi-Chi, aber da wussten wir noch nicht, was uns bei den Geschwistern Rauch in Trautmannsdorf erwarten würde.
Ich würde ja gar nicht sagen, dass wir „essen waren“.


Nein, es war mehr ein kulinarischer Zirkus, der sich da abgespielt hat 🥳

Schon beim Hinsetzen im Garten huschten zig Kellner im strengen Outfit um uns herum - ich denke, dass sich hier die Zahl des Personals

und die der Gäste fast die Waage gehalten haben.😳

Sogar eine eigene Zeitung haben sie hier. Und kristüllerne Bechers. 😉
Nachdem uns von der etwas reschen Schwester im Designer-Dirndl eine Tisch-Rochade angeboten wurde (die wir nicht verlangt hatten), ging es schon los. Ein Gemälde am Teller nach dem anderen wurde uns serviert, es war wie im Film.

Ohne Gewähr auf Vollständigkeit waren die einzelnen Darbietungen folgende:

Austern mit Champus

• Gruß aus der Küche: Strudelteig mit Paprikacreme - Steirakas, Molke, Soße Hollandaise, Buchweizencracker mit sauren Grammeln

• 2. Gruß aus der Küche: Spargel mit Mandelmayo und gesalzener Zitrone

Miesmuscheln in Anis, Fenchel, Olivenkraut

Mohnwaffeln, gesalzene Butter, Kartoffel und Leindotteröl

Gebeizte Makrele, Karotten, steir. Garnele, Krustentier-Baiser

Saibling in Nussbutter, Verbenejus, Radieschen, Kartoffel-Miso-Püree und Ingwer

Wels, Blunzn, Steinpilzsud (göttlich)

Zucchini, Ziegenkäse, Bergamotte, Tomate

Rehbock, Steinpilz, Eissalat, Brennessl, Eierschwammerl, Brioche, Rehschulter

Rosenblütenbaiser, Himbeereis, Preiselbeeren

Canelloni, Schokomousse, Schwarzer Sesam-Eis, Brombeer, Kürbiskern

Noch Fragen? *LOL*

Der Zweierhase hat brav mitgeschrieben, und das war gut so.
Denn leider bekamen wir vom philippinischen Kellner (der mit der schönen Armbanduhr) keinen Spickzettel mit, obwohl wir ganz lieb drum ersucht haben.

Es war ein Schpecktakel.
Wirklich großes Kino.

Auch die Zuschauer waren wieder eine Augenreise wert: Da war alles vertreten - eine Steigerung von der letzttägigen Sazianistubn.

Bis hin zu gelangweilten, verwöhnten Teenagern, die am Handy das Match Österreich-Italien geschaut haben. 😆

Wir rollten mit vollen Bäuchen wieder in völliger Dunkelheit (aber mit Taschenlampe bewaffnet) durch den nächtlichen Wald Richtung Ungerhof, wo wir noch kurz vor dem Marcello saßen und das ganze Revue passieren ließen.

Abschied vom Ungerhof und vom Südburgenland.

Noch ein nettes Plauscherl mit den Ungers und das Versprechen, sicher wiederzukommen - und schon ging‘s ab nach Wien.

Ein traumhaftes Wochenende das war.


Danke, Hase. 💋💋 *mwah!*

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