Bad Ischl: ‚Ochs 1791‘ - da muss man hin!

„DES IS KA MARILLENFLECK!!! - DES IS A MARILLENKUCHEN!!!!“

Dies und andere humoristische Herrlichkeiten bekommt man - neben der Kulinarik am Tisch - im Hotel-Restaurant „Ochs 1791“ geboten. Man weiß am Ende nicht genau, welche dieser Leistungen in Erinnerung bleiben würden… aber es ist ja auch Powidl. Hauptsache Entertaintmänt!!!

Auf Empfehlung des lieben Herrn O. haben wir uns einen Tisch auf der Terrasse des Restaurants „Ochs 1791“ reserviert. Es sollte zur betreffenden Uhrzeit jedoch anders kommen - ein Sturm zog auf und bei unserer Ankunft war alles anders als zuvor.😱

Die Sonnenschirme bogen sich auf halba neune und geschäftiges, ja gar hektisches Treiben war im Eingangsbereich der Gaststube zu bemerken. Man lief mit Besen und Plaschtikkübel durch die Gegend (anstelle mit Speisekarte und Krügerln in der Hand).
Das schien ja schon mal spannend zu werden, hab ich mir gedacht. 😄🥳
Die vollelektronische Eingangstüre zu Gaststube mit ihrem Auf-Zu-Auf-Zu Klappratismus sorgte dafür, dass tonnenweise Blattwerk hineingeblasen wurde - das war schon sehr lustig. 
Als uns dann der Kellner mit den Worten „Ich hasse Hunde“ begrüßt und den Tisch zugewiesen hat, war ein sehr amüsanter Einstieg in den Abend. (Ich hab genau geschaut: den obligartorischen Grinser inseinem Gesicht konnte ich nicht erkennen - er war der perfekte Schauspieler 😂).
Nachdem die Frau Kellnerin mit ihrem Hexenbesen („Ich wollt ja schon als Kind niemals die Prinzessin sein - immer die Hex‘! Und heut flieg ich noch heim damit!!“) die Gaststube saubergefegthatte, war zum ersten mal Zeit, sich ein bisserl umzuschauen:
Da war der Pensionist zur rechten (dem der junge Lehrlingskellner das Gulasch auf die Hose gepatzt hat 😁 und dem dann mit einem warmwassrigen Wettexfetzen der Oberschenkelbereich gereinigt wurde) - und der lauthals lachen musste wegen „der Mäuse“. „Das sind aber GROSSE MÄUSE!“, war sein Kommentar.

Dann zur linken saß die gutbürgerliche Familie (aus Wien, nehmen wir stark an). 
Mit den beiden (adoptierten?) Enkelkindern. Das hat der Zweierhase halt angenommen, als er ein kleines Pläuschchen mit der Dame am Tisch begonnen hat. 
Nun… es hätten auch die Kinder sein können, aber Enkel klingt doch so viel jugendlicher. 😂😂)

Unser Tisch war herrlich positioniert - und schon ging‘s an die Bestellung.
Haben Sie noch die gute Frittattensuppe??
Sie hatten! 😄
Und auch das Schweinsbratl und das Backhenderl (ohne Foto, aber echt gegessen!)
Als hätte es der Zweierhase geahnt:
Sein Holzfällerhemd passte fast haargenau zu den Rücken-Deckarln.😂
Wir genossen jede Minute im „Ochs 1791“, auch die Szene mit dem Marillen‘fleck‘.
Der ja keiner war, wie die gutsituierte Damen links lautstark mitteilte. Denn „An Marillenfleck kriegt ma nur beim Zauner!!! Des is a MARILLENKUCHEN!!“.
Wie eingangs schon erwähnt.😄

Es war herrlich.

Dass uns der Kellner dann noch Alltagsgeschichten erzählte, rundete alles wunderbar ab.
(„Rindsfilet geschnitten, auf der Hugo-Boss-Jackn am Boden hat’s der Hund dann gfressen! Ich sag‘s Ihnen ja: ALLES hab i schon erlebt!!“)

Ah ja.
Unseren Marillen‘fleck‘ hamma dann noch eingefordert, bevor die Küche um 21:00 Uhr gesperrt hat.
Das Schlagobers war eines der besten überhaupt.
Und der Marillen‘fleck‘ war auch her-vor-züüüglich. 😉

Großes Kino - herzlichen Dank für diese Empfehlung, Herr O. 
Neben dem Zauner das Highlight in Bad Ischl. 😍

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Kommentare: 2
  • #1

    Ossi (Dienstag, 10 August 2021 13:22)

    Hihi wie nett. Es ist einfach das Salzkammergut, wie es leibt und lebt. Übertrieben "siaßlat" sans net. Keine Spur von Schlitzi-Schlatzi. Dieser Menschenschlag ist es seit der Monarchie gewöhnt, den Städtern auf unverschämteste Art und Weise das Geld aus der Tasche zu ziehen. Ich werd ja nie vergessen, wie die Kellnerin im Ochsen die freundliche Bemerkung vom Michael, daß sein Dessert noch nicht gekommen ist, im Vorbeigehen mit "So kanns gehen!" beantwortet hat. :)

    Spannend find ich, daß ich das Hotel Mitte der 70er als uriges Wirtshaus mit ein paar wenigen Gästezimmern kennengelernt hab. Flächenmäßig ein Bruchteil des heutigen Hauses, kulinarisches Highlight der Winnetou-Teller (serviert vom Herrn Herbert), manche Zimmer ohne Klo, nur ein Fernseher für alle Gäste... Und jetzt haben sie sich durchs halbe Stadtviertel drüber der Traun gefressen und protzen mit Wellness und Terrassen und Balkons zur Traun.

    Der junge Lehrling, der älteren Herren die Schenkel feucht reibt ... ob das wohl der Herr Jakob war, der uns damals vom Fahrrad aus mit einem lockeren "Griaß enk!" zugewinkt hat? Wir müssen wohl wieder eine Forschungsreise unternehmen. :)

  • #2

    Einserhase (Dienstag, 10 August 2021 15:15)

    Ossi, Du warst als Baby dort?
    Welche prägnantes Gedächtnis! �