'Pataniscas de Bacalhau'

(Portugieseische Stockfischbällchen)

Für dieses Rezept habe ich mir sogar die Originalzutaten direkt aus Lissabon mitgenommen - zumindest die Hauptzutat: den 'Bacalhau'. In getrockneter Form ist der Stockfisch superlange haltbar (einsalzen, also pökeln, war ja früher die einzige Möglichkeit um Lebensmittel haltbar zu machen. Beim Fisch macht man das heute auch noch so)


An unserem letzten Tag in Lisboa dieses Jahr (2015) fielen wir in einen authentischen Imbissladen rein und ich gönnte mir so eine delikate Fischkrokette... herrlich! Daraufhin beschloss ich, das einmal in Wien selber zu probieren! :-)

Ich suchte nach dem Rezept in drei Kochbüchern... und im Netz. Aus fünf Quellen bekam ich sechs Rezepte, sozusagen. *g*

Kurios fand ich auch, dass in einem ausgesprochenen 'Portugal'-Kochbuch, das mir auch sehr authentisch erschien, überhaupt keine Erdäpfel vorkamen. Das war mir nicht ganz verständlich, irgendwie mussten da doch einfach Erdäpfeln rein! Das sind doch Kroketten! :-)
Also nahm ich ein Rezept, wo neben mehligen Erdäpfeln auch Minze reinkam - ey, das fand ich cool!

Natürlich hat man nicht immer den 'Original Bacalhau' zur hand... eigentlich kann man auch (frischen) Kabeljau nehmen. Den sollte man dann doch für ca. fünf Minuten kochen. Bacalhau wird ja aus Kabeljau gemacht, gesalzen und getrocknet ist er natürlich aromatischer.

Die Zutaten.


Den Bacalhau muss man mindestens zwei Tage vorher in Wasser einlegen und das Wasser mindestens zweimal täglich wechseln.
Dann in ein Sieb abgießen und in einer Schüssel mit dem Stabmixer zerkleinern, also sozusagen 'zerfleddern'.
Ich hab - sicherheitshalber - den Fisch noch für drei Minuten dampfgegart, da bin ich vorsichtig. *g* Wer keinen Dampfgarer hat, einfach in kochendes Wasser geben und nach drei Minuten abseihen.


Die Erdäpfel schält man und schneidet sie in große Würfel. Dann stellt man einen großen Topf mit Salzwasser auf den Herd, gibt die Erdäpfel hinein und kocht diese, bis sie weich sind. Danach werden sie zerstampft oder durch die Presse gedrückt.



Während die Erdäpfel kochen, geht's weiter im Programm:
Einen großen Bund Petersilie und einen kleinen Bund Minze klein hacken und zum Fisch geben. Fünf Eier dazugeben.
Frisch gemahlen Pfeffer untermischen und wer mag, kann Muskatnuss dazureiben.


Zwei bis drei Zwiebeln schälen und klein hacken.
Eine Pfanne mit etwas Olivenöl erhitzen und den Zwiebel darin anschwitzen. Bevor er braun wird, aus der Pfanne nehmen und zum Fischgemisch geben. Alles gut vermengen.
Wer noch gern etwas 'Frische' hineinbringen will, kann die Schale einer (unbehandelten) Zitrone dazureiben.


Obwohl der Fisch gepökelt war, hat er durch das Einwassern wieder viel Salz verloren. Deshalb abschmecken und gegebenenfalls nachsalzen.

Danach ca. 70-100g glattes Mehl untermischen, damit die Masse noch etwas 'kompakter' wird.

Nun kann man die Kroketten ausstechen:
Ein großes Brett (Backblech) vorbereiten und Backpapier drauflegen.
Zwei Esslöffel nehmen und ein Nockerl aus der Masse heben. Mehrmals 'von Löffel zu Löffel heben' und dann auf das Backpapier legen. Etwas ruhen lassen und währenddessen eine große Pfanne mit gut zwei Zentimeter Pflanzenöl erhitzen.


Die Kroketten hineinlegen und auf jeder Seite goldbraun frittieren.
Auf Küchenrolle abtropfen lassen.


Dazu passt ein grüner Salat genauso wie eine Chilisauce oder man isst diese feinen kleinen Dinger einfach mit der Hand als Fingerfood - so ist es sicher am üblichsten (soweit wir das in Lissabon beobachten konnten *g*)

Bom apetite!


Einkaufsliste (für ca. 30 Kroketten, d.h. ca. 10 Personen)

  • 800g Stockfisch, gepökelt (oder frischen Kabeljau)
  • 2kg mehlige Erdäpfel
  • 1 großer Bund Petersilie
  • 1 kleiner Bund Minze
  • 100g griffiges Mehl
  • reichlich Sonnenblumenöl zum Frittieren
  • Salz, Pfeffer
  • 5 Eier
  • 3 Zwiebel
  • evtl. eine Zitrone

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